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DO – SA 17.-19.03.16 – Buchmesse Spezial – Frankfurter Verlagsanstalt

EINTRITT FREI
freie Platzwahl

Reservierungen nur vorher zum Essen möglich (1/2 Tisch für 2P; ganzer Tisch für 4P) evtl. keine direkte Sicht

 

Do, 17.3. – 19:30 Uhr Thomas Martini, Das Kind mit dem Spiegel

Fr, 18.3. – 20:00 Uhr Anna Galkina, Das kalte Licht der fernen Sterne

Sa, 19.3. – 20:00 Uhr Ruth Cerha, Bora. Eine Geschichte vom Wind

 

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 Thomas Martini, Das Kind mit dem Spiegel

© Joachim Unseld
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© Joachim Unseld
Autor: Thomas Martini, 1980 geboren, studierte Philosophie, Ökonomie und Politik. Sein Romandebüt Der Clown ohne Ort erschien 2013 bei der FVA. Der Autor lebt und arbeitet in Berlin.
 
Buch: Das Kind mit dem Spiegel
Todo kann sich an nichts erinnern, alles, was war, ist wie ausgelöscht. Doch als es eines Tages an seiner Tür klopft, kann er nicht verhindern, dass sich seine Vergangenheit Stück für Stück wieder zusammensetzt. Da sind sein verspielter Freund Tom, Ada mit den weichen, wachen Augen, Nora, die Todo nach Frankreich lockt. Das leichte Leben über dem Pariser Dächermeer, im Sommerlicht, an Tischtennisplatten, in Betten, auf Balkonen. Und Manon, von allen die hellste und die dunkelste, Manon, die über Samjatin promoviert, die über Stalin, Big Data, die Kehrseite des Fortschritts und die Bedrohung der Freiheit spricht. Bis zu dem Tag, an dem Todo erst sie und dann seine Erinnerung verliert.
Mit seltener Sprachvirtuosität schreibt Thomas Martini über Sinnsucher und Träumer und über das Gefühl der Unausweichlichkeit. Er erzählt von einer Welt, in der alles wahnhaft nach Wohlstand, Wachstum und Fortschritt strebt, eine Moderne, die an Selbstoptimierung und die Macht der Maschine glaubt, und doch unaufhaltsam auf einen dunklen Kulminationspunkt zusteuert. Das Kind mit dem Spiegel ist eine Verortung des Individuums in dieser fremdgesteuerten Welt, eine Novelle über Liebe und Tod, flüchtiges Glück, große Ideale – ein modernes Märchen voller Poesie.

Anna Galkina, Das kalte Licht der fernen Sterne

© FVA
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© FVA
Autorin: Anna Galkina, geboren und aufgewachsen in Moskau, kam 1996 mit ihren Eltern nach Deutschland. Nach einem Studium der Informatik arbeitet sie als Software-Testingenieurin, Malerin und Fotografin und lebt in Bonn. Anna Galkina schreibt auf Deutsch, Das kalte Licht der fernen Sterne ist ihr erster Roman.
 
Buch: Das kalte Licht der fernen Sterne
Die matronenhafte Bibliotheksdirektorin Tamara, die mit dem kränklichen Wiktor ihren zweiten Frühling erlebt. Sergej mit den Kunstledersandalen, dessen Scheune begehrter Treffpunkt der Jugendlichen ist. Die drei „Schlampen“: Lena mit dem Oberlippenbart, Dina mit dem Vater im Knast und Oksana, Expertin für Schwangerschaftsabbrüche. Nastja beobachtet sie, seit sie ein kleines Mädchen ist. Zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter lebt sie in einem Städtchen unweit von Moskau, das bessere Tage gesehen hat. Die Bewohner hausen zwischen Eimern und Einweckgläsern, zwischen Plumpsklo und Gemüsegarten, trinken bitteres Bier und selbstgebrannten Schnaps, beschimpfen und vergnügen, lieben und schlagen sich. Zunächst scheint Nastja als Erzählerin wie über dem Geschehen zu schweben, dann jedoch zieht es sie mitten hinein in das Pop-up-Panorama der russischen Provinz. Sie erlebt Geschichten voller Poesie und Gewalt, Tragik und Humor, Episoden mit ungewissem Ausgang. Bis Nastja sich in den jungen Soldaten Dima verliebt und es so aussieht, als würde ihr Leben eine unvorhergesehene Wendung nehmen. 
Anna Galkinas Blick kennt keine Scheu und kein Erbarmen, durchbohrt die Härte des sowjetischen Alltags, trifft mitten ins Herz. Das kalt e Licht der fernen Sterne erzählt unerbittlich und doch unbeschwert, mit viel Humor und großer Warmherzigkeit, von Schicksalen, die lange nachhallen.

Ruth Cerha, Bora. Eine Geschichte vom Wind

© Stefanie Luger
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© Stefanie Luger
Autorin: Ruth Cerha wurde 1963 in Wien geboren. Nach einer klassischen musikalischen Ausbildung und einem Studium in Psychologie arbeitete sie als Musikerin und Komponistin mit verschiedenen Bands. Seit 2004 schreibt sie Prosa. Sie hat zwei Kinder und lebt als Klavierpädagogin und freie Schriftstellerin in Wien. Nach ihren Romanen Kopf aus den Wolken (2010) und Zehntelbrüder (2012) erscheint nun ihr neuer Roman in der Frankfurter Verlagsanstalt, Bora. Eine Geschichte vom Wind, für den sie das Staatsstipendium für Literatur erhielt.
 
Buch: Bora. Eine Geschichte vom Wind
Es weht die Bora auf der kleinen kroatischen Insel, der kalte böige Fallwind, der die Boote über das Meer treibt wie Nussschalen und Unruhe in das sonnensatte Inselleben bringt. Die Schriftstellerin Mara kennt das Wechselspiel der Winde, die trockene, salzige Bora und ihren Gegenpart, den schwülen, von Süden kommenden Jugo. Seit Jahren verbringt sie den Sommer auf der Insel, liebt den Geruch von Oleander und wildem Rosmarin und die lauen Nächte, in denen sie schillernde Goldbrassen und süße Fritule nach Rezepten der Insel zubereitet.
Doch dieser Sommer ist anders. Eine langjährige Beziehung ist in die Brüche gegangen und das Schreiben will ihr nicht mehr gelingen. Eines Morgens kommt Andrej auf die Insel – ein Fotograf, der nicht mehr fotografieren will. Er stammt aus einer der vielen Auswandererfamilien, die aus dem kommunistischen Jugoslawien nach Amerika flohen und Jahr für Jahr in den Sommermonaten in ihre alte Heimat zurückkehren. Mara und Andrej beginnen sich zu umkreisen, so als folgten sie dem Rhythmus der Winde, zart und zerrend, rau und rastlos. Als Mara beginnt, tief in die Geschichte von Andrejs Familie vorzudringen, die von Entwurzelung und der Vermischung von Kulturen erzählt und untren nbar mit der Geschichte der Insel verknüpft ist, wird eine Entscheidung unumgänglich.

In hochaufgelösten Bildern erzählt Ruth Cerha von der Begegnung zweier Suchender, für die sich unerwartet die Möglichkeit einer großen Liebe auftut. Bora. Eine Geschichte vom Wind ist ein Roman von ungezähmter Schönheit, der mit viel Feingefühl um das Wagnis wirklicher Nähe und die Bedeutung einer inneren Heimat kreist.

www.frankfurter-verlagsanstalt.de